Erreicht die Open Access-Bewegung auch bald die Rechtswissenschaften?

Im Blog der Technischen Informationsbibliothek in Hannover kann man lesen, dass ganz sensationell das amerikanische Open-Access-Fachrepositorium LawArXiv gestartet wurde. Warum sensationell? Weil Rechtswissenschaften bisher hinsichtlich Open-Access-Veröffentlichungen eher zurückhaltend sind und es bis jetzt nur zwei andere auf Recht spezialisierte Open-Access-Platformen gibt (beide deutschssprachig).

Als Studierende hat man vielleicht einen gefühlt freien Zugang zum Grossteil des Rechtswissens, während in Wahrheit dieses Wissen hinter teuren Lizenzen verschlossen ist. Das merken die Studierenden spätestens, wenn die Uni-Email-Adresse verfällt und sie als Praktikanten in einem Anwaltsbüro recherchieren möchten.

Tatsächlich sind alle Open Access-Titel in jeder üblichen Suchmaschine neben tausenden anderen Treffern auffindbar, aber über einer Plattform wie LawArXiv hat man bei der Suche viel relevantere Treffer.

Das Repository der Universität Zürich (ZORA) gibt es seit 2008 und die Statistik für die Rechtswissenschaften zeigt, dass etwa 20% der Publikationen offen zugänglich gemacht wurden, Trend stabil. Die restlichen 80% der Publikationen sind publizierte Bücher, Buchkapitel und Zeitschriftenartikel, deren Urheberrechte den entsprechenden Verlagen übertragen worden sind. Erstes Ziel der Universität wäre stattdessen etwa 40% aller Publikationen frei zugänglich machen zu können. Dazu braucht es eine neue Art von Kooperation mit den Verlagen.

Schliesslich: Wer Interesse an Open  Access-Fragen hat, dem wird empfohlen, dem Schweizerischen Blog wisspub.net zu folgen. Gerade konnte man darin lesen, dass die Lizenz des Schweizerischen Konsortiums mit dem Springer  Verlag ausläuft und neue Verträge bis Januar 2018 unterschrieben werden sollten. Hier sieht der Autor des Blogartikels, Christian Gutknecht, gute Möglichkeiten, einen grossen Schritt vorwärts in Sachen Open Access zu machen, wie es schon die Niederlanden gezeigt haben – und es müsste sogar nicht einmal teurer werden.

Man darf also gespannt auf diese Verhandlungen sein!

 

Dieser Artikel wird sporadisch auf die Aktualität der Links geprüft. Zuletzt geprüft: 09.01.2019

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