Gedanken zum Jahresende

Manchmal kommt es vor, dass im Büro das Telefon klingelt und ein wildfremder Mensch in der Leitung ist, der nach etwas Nebensächlichem fragt, wie nach Öffnungszeiten, Büchern oder Universitätseinrichtungen, deren Antwort man mit ein paar Mausklicks viel schneller rausgefunden hätte als meine Telefonnummer.

Den Höhepunkt in dieser Hinsicht durfte ich neulich an einem Sonntag erleben, an dem die Bibliothek geöffnet hatte, nicht allerdings der Rest des Gebäudes an der Rämistrasse 74. Ich sass am Schalter der Bibliothek, als plötzlich das Telefon klingelte. Eine junge Dame meldete sich, nachdem ich den Hörer abgehoben hatte. Sie erklärte mir, dass sie im Eingangsbereich des Gebäudes auf der Seite Rämistrasse zwischen zwei Türen eingeschlossen sei und ob ich ihr helfen könnte. Ich liess es mir nicht nehmen, persönlich vorbei zu gehen, und die Lösung für ihr Problem nicht telefonisch anzubieten.

Ich begab mich nun also zum genannten Ort und zeigte ihr, wie man eine Türe öffnet, nämlich indem man die Türfalle runterdrückt und dann entweder zieht oder stösst, was sich relativ schnell auf empirische Art und Weise herausfinden lässt. Es war sicher um einiges aufwändiger, auf dem Smartphone die Browser-App zu starten, die Webseite der RWI-Bibliothek einzutippen und dann die Telefonnummer des Schalters zu suchen, um mich anzurufen. Aber schön, dass die Leute noch den persönlichen Kontakt suchen.